Was ist bei einem Unfall mit ausländischer Beteiligung oder zu beachten?

  1. Verursacher aus EU-Staaten oder Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz
    Die Schadenabwicklung erfolgt über einen Schadenregulierungs-Beauftragten der ausländischen Versicherung.

Sollte der Beauftragte noch nicht bestellt sein oder reagiert nicht innerhalb von 3 Monaten, dann wird die deutsche Entschädigungsstelle
Verkehrsopferhilfe tätig. Beachten Sie dabei, dass aber das Recht des Unfalllandes anwendbar bleibt, was sich auf den Entschädigungsumfang auswirken kann.

Wir empfehlen folgendes Vorgehen:
Den zuständigen Beauftragten erfahren Sie beim Zentralruf der Autoversicherer.

Wenn kein Beauftragter bestellt ist, kann der Schaden bei der Verkehrsopferhilfe geltend gemacht werden. Diese ist auch Ansprechpartner, wenn das verantwortliche Fahrzeug bzw. der Versicherer nicht innerhalb von 2 Monaten nach dem Unfall ermittelt werden kann.

Ist der Beauftragte bestellt, dann melden Sie den Schaden bei ihm an. Erteilt dieser bzw. der von diesem vertretene Versicherer nicht innerhalb von 3 Monaten seit der Schadenmeldung eine mit Gründen versehene Antwort, kann der Schaden ebenfalls durch Einschaltung der Entschädigungsstelle weiterverfolgt werden.

Hinweis: Der Weg zur Entschädigungsstelle ist ausgeschlossen, wenn der Schaden direkt bei der ausländischen Haftpflichtversicherung geltend gemacht wurde, es sei denn, diese hat binnen 3 Monaten nicht mit einer Begründung geantwortet.

  1. Verursacher aus einem anderen Staat
    Wir empfehlen Ihnen einen Anwalt einzuschalten.
    Die Schadenregulierung über eine ausländische Haftpflichtversicherung kann lange dauern und die Regulierungspraxis ist sehr unterschiedlich.
  2. Unfall von Ihnen verschuldet oder es werden Ansprüche gegen Sie erhoben
    Die Grüne Versicherungskarte dient als Nachweis, dass Ihr Fahrzeug haftpflichtversichert ist.

Für einen Unfall im Ausland gilt das Gleiche wie bei der oben beschriebenen Unfallsituation.