Neuerungen 2013

Autofahrer müssen sich wieder einmal auf eine Vielzahl von Neuerungen einrichten.
Die wichtigsten Änderungen 2013 auf einen Blick.

Einiges ändert sich, etwa dass der Führerschein demnächst ein Verfallsdatum hat. Aber keine Angst, dabei handelt es sich um einen reinen Verwaltungakt: Der Umtausch nach 15 Jahren wird mit keiner ärztlichen oder sonstigen Untersuchungsaufgabe verbunden. Die 15-Jahres-Frist betrifft nicht nur Führerschein-Neulinge: Selbst wer schon lange in Besitz der Fahrerlaubnis ist, fällt automatisch unter die Umtauschpflicht, wenn er ein neues Führerscheindokument beantragt und es nach dem 19. Januar erhält. Das kann der Fall sein, wenn der uralte graue Lappen endlich gegen eine modernere Ausführung getauscht werden soll oder wenn nach dem Diebstahl von Brieftasche oder Handtasche ein neuer Führerschein her muss. Die Reform des Punktesystems kommt zwar erst im Februar 2014, aber in einer Pressemeldung rät der ADAC bereits in diesem Jahr Aufbauseminare zum Punkteabbau zu nutzen. Dies wird ab 2014 nicht mehr möglich sein.

Kraftstoffpreise

Im Bundeskartellamt wird zum Jahresanfang die so genannte Markttransparenzstelle eingerichtet. Über eine Online-Plattform sollen sich die Autofahrer laufend über aktuelle Kraftstoffpreise informieren können.

Falschparken

Jeder Parkverstoß wird ab dem 1. April um jeweils fünf Euro teurer: bis zu 30 Minuten Überschreiten der Parkdauer statt 5 dann 10 Euro, bis zu 1 Stunde statt 10 dann 15 Euro, bis zu 2 Stunden statt 15 dann 20 Euro, bis zu 3 Stunden statt 20 dann 25 Euro, länger als 3 Stunden statt 25 dann 30 Euro.

Punktereform

Sie kommt zwar erst im Februar 2014, aber jetzt kann noch die Chance genutzt werden, Aufbauseminare oder verkehrspsychologische Beratung zum Punkteabbau zu nutzen. Dies ist nach der Neuregelung des Verkehrszentralregisters im nächsten Jahr nicht mehr möglich.

Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos

Sie ist von fünf auf zehn Jahre verlängert worden und kommt allen E-Mobilen zugute, die ab dem 18. Mai 2011 neu zugelassen wurden.

Fernbusse

Das Fernverkehrs-Monopol der Deutschen Bahn ist geknackt. Überland-Busse dürfen künftig zwischen allen deutschen Städten verkehren. Ob es schneller geht, bleibt abzuwarten.

Umweltzonen

Auch in Wiesbaden, Mainz und Mönchengladbach werden sie jetzt installiert. Darüber hinaus kommen in zahlreichen Umweltzonen Verschärfungen der Zufahrtsbeschränkungen.

Pedelecs

Elektroräder bis zu 25 km/h und 250 Watt Leistung fallen jetzt auch dann unter die Kategorie Fahrräder, wenn sie eine Anfahrhilfe bis 6 km/h haben. Die Mofaprüfbescheinigung entfällt.

Frankreich

Ab März müssen alle Autofahrer einen funktionstüchtigen und zugelassenen Alkoholtester auf der Fahrt mitführen. Bei Verstößen gegen die neue Vorschrift drohen 13 Euro Bußgeld.

Österreich

Nach Informationen des Autoclubs ÖAMTC plant die österreichische Regierung ab Januar eine drastische Erhöhung der Sanktionen für Bagatelldelikte im Straßenverkehr.

Fahrerlaubnis

Führerscheine sind ab 19. Januar auf 15 Jahre begrenzt. Bereits ausgestellte Dokumente bleiben bis 2033 gültig, dann sind auch sie von Scheckkarten-Exemplaren zu ersetzen.

Einheitliche Versicherungstarife

Versicherungen müssen gleiche Tarife für Männer und Frauen anbieten. Deshalb gibt es bei neuen Autoversicherungs-Verträgen keinen Lady-Tarif mehr.

Russpartikelfilter

Die Nachrüstförderung wurde von der Bundesregierung bis Ende 2013 verlängert. Allerdings ist der Betrag von ehemals 330 auf 260 Euro zusammengestrichen worden.

Das kommt im neuen Jahr auf Autofahrer zu

2013 ändert sich manches beim Führerschein: Er hat künftig ein Ablaufdatum. Besitzer von Autos mit gelber und roter Plakette müssen zudem neue Umweltzonen beachten.

Die Maya-Untergangstheoretiker waren nun doch im Unrecht – es besteht also Bedarf nach einem genauen Blick auf die Neuerungen, die im bevorstehenden Jahr auf die Autofahrer warten. Für einen Aufschrei sorgte bereits der Beschluss einer 15-Jahre-Frist für Führerscheine, die nach dem 19. Januar 2013 ausgestellt werden. Entgegen vieler Stammtischweisheiten verliert jedoch nicht die Fahrerlaubnis ihre Gültigkeit, sondern lediglich das Führerscheindokument.

Nach Ablauf der Gültigkeit muss der Betroffene sich einen neuen Führerschein ausstellen lassen. Die Idee dahinter: Personenbezogene Details wie Namen und Foto sollen regelmäßig aktualisiert werden. Zusätzliche ärztliche Untersuchungen oder Prüfungen sind mit dem Umtausch aber nicht verbunden.

Mit der Änderung setzt Deutschland eine Richtlinie der Europäischen Union von 2006 um. Das Ziel der dritten Führerschein-Richtlinie mit der Nummer 2006/126/EG ist, die verschiedenen Führerscheine innerhalb Europas zu vereinheitlichen. Derzeit existieren auf dem Kontinent mehr als 110 verschiedene Führerscheinformate.

Änderungen beim Motorrad-Führerschein

Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 erworben wurden, sind nicht von der 15-Jahre-Frist betroffen. Allerdings müssen bis Ende 2032 alle Führerscheine der neuen Richtlinie entsprechen. Der Umtausch wird EU-weit 24 Euro kosten, dazu kommen die Kosten für ein aktuelles biometrisches Passfoto.

Die meisten Neuerungen im Hinblick auf die Fahrerlaubnis-Klassen kommen auf Fahrer motorisierter Zweiräder zu. Die neue Klasse AM setzt sich zusammen aus der bisherigen Klasse M für maximal 45 Stundenkilometer schnelle Mopeds mit höchstens 50 Kubikzentimetern Hubraum und der Klasse S für vergleichbar motorisierte Leichtkraftfahrzeuge mit drei und vier Rädern, also sogenannte Trikes und Quads. Auch entsprechende Fahrzeuge mit einem maximal 4 Kilowatt (kW) starken Elektromotor fallen darunter.

Gleichzeitig dürfen sich junge Motorrad-Fahranfänger zwischen 18 und 23 Jahren freuen. Sie dürfen – unabhängig davon, ob sie den Führerschein am 19. Januar bereits haben oder erst noch die Prüfung absolvieren müssen – sofort mit bis zu 35 kW (48 PS) starken Maschinen fahren. Bislang galt eine zweijährige Leistungsbeschränkung von 25 kW (34 PS). Allerdings hat diese neue Motorradklasse A2 einen Haken: Sie berechtigt nach Ablauf von zwei Jahren nicht automatisch zum Fahren von Motorrädern der Klasse A. Es muss dann erneut Unterricht genommen und eine praktische Prüfung abgelegt werden.

Zugleich erleichtert der Gesetzgeber zum 19. Januar 2013 Autofahrern die Nutzung eines mehr als 750 Kilogramm schweren Anhängers. Bisher durfte dessen Gesamtmasse das Leergewicht des Zugfahrzeugs nicht überschreiten – diese Einschränkung wurde gekippt. Künftig reicht Autofahrern die Klasse-B-Lizenz, vorausgesetzt das zulässige Gesamtgewicht des Gespanns überschreitet nicht die 3,5-Tonnen-Marke. Wer 750 Kilogramm mehr, also 4,25 Tonnen bewegen möchte, muss lediglich ein paar zusätzliche Fahrstunden absolvieren. Dann bekommt er auf seinem Führerschein die Schlüsselnummer 96 hinzugefügt.

 

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