Beim Gebrauchtwagenkauf

liegt der wesentliche Unterschied zwischen einem Händler und einer Privatperson in der „Sachmängelhaftung“. Privatleute dürfen diese ausschließen. Für kommerzielle Händler ist sie Pflicht. Die Haftung läuft mindestens ein Jahr. Der Verkäufer muss für Mängel einstehen, die bei der Übergabe des Wagens schon vorhanden waren. Dabei gilt innerhalb der ersten sechs Monate automatisch, dass ein auftretender Mangel schon vorhanden war. Dafür sind Autos vom Händler meistens teurer.
Handler bieten häufig zusätzliche Garantien an, die auch Defekte abdecken die nach dem Kauf entstehen. Solche Garantien dürfen aber die gesetzliche Sachmängelhaftung nicht einschränken.

Käufer sollten beachten, dass sie sich bei der Besichtigung eines Wagens nicht nur den Fahrzeugschein, sondern auch den jüngsten TÜV-Bericht und das Scheckheft zeigen lassen. Für Käufer und Verkäufer gilt, in jedem Fall einen schriftlichen Vertrag abzuschließen.

Eine gute Wertanlage wäre es sich einen gebrauchten Porsche 911 zu kaufen. Doch einen gebrauchten Porsche kann und will sich nicht jeder leisten. Das Gros der Autofahrer muss mit Wertverlusten in erheblichen Umfang kalkulieren. Dabei ist es wichtig zu wissen das es nicht linear abwärts geht.

Ein Neuwagen verliert allein im ersten Jahr etwa ein Viertel des Neupreises, die Einbußen für Sonderausstattungen sind noch stärker. Bereits im zweiten Jahr flacht die Kurve ab. Im Schnitt sind Kleinwagen nach 3 Jahren noch 55% ihres Listenneupreises wert. Noch gut 49 Prozent sind es bei Modellen der Mittel- und Oberklasse.

Ganz wichtig aber ist: Mit zunehmenden Alter des Autos fällt der Abschlag immer geringer aus. Das bedeutet: Wer einen Wagen schon ein paar Jahre fährt, sollte sich genau überlegen, ob der Zeitpunkt für den Verkauf schon gekommen ist, oder ob es der Alte noch zwei, drei Jahre tut. Genau das beherzigt offensichtlich eine zunehmende Zahl von Fahrzeughaltern, zumal die Qualität der Fahrzeuge generell gestiegen ist. Die Pkw auf Deutschlands Straßen werden jedenfalls immer älter. Derzeit sind es durchschnittlich 8,5 Jahre.

Experten empfehlen, dass Auto wegen der niedrigen Zinsen auf Kredit zu kaufen

Wie sieht es aus der Sicht des Käufers aus? Das beste Preis-Leistungsverhältnis erzielt, wer ein Auto kauft das auf der Wertverlustkurve gerade den Knick erreicht hat. Häufig ist das der Fall nach etwa drei bis vier Jahren und bei einem Tachostand unter 100.000 Kilometern. Diese Autos haben den Vorteil, das häufig noch die Hersteller-Garantie gilt, bei KIA beispielsweise sieben Jahre für die wesentlichen Bauteile.

Experten empfehlen Käufern sogar, aufgrund der niedrigen Zinsen, einen kleinen Kredit aufzunehmen um sich nicht den Gebrauchten fünfjährigen mit 120.00 Kilometer zu kaufen sondern einen dreijährigen mit ca. 75.000 Kilometer.

Ein weiterer Faktor für die Kaufentscheidung ist die aktuelle Marktlage. Der Unterschied zwischen Neu- und Gebrauchtwagen verschwimmt zusehends. Hersteller und Händler operieren immer mehr mit Autos, die sie auf sich selbst zulassen, von Mitarbeitern fahren lassen um anschließend mit nur wenigen Kilometern auf dem Tacho und erheblichen Rabatten als sogenannte junge Gebrauchte anbieten.

Regionale Preisunterschiede können groß sein – also nicht nur in der Nähe suchen.

Keine Frage, der Gebrauchtwagenkauf kostet viel Zeit und Geduld. Anfang des Jahres könnte sich jedoch Langmut auszahlen, da die Autos im Frühjahr erfahrungsgemäß billiger werden. Viele Neuheiten und Facelifts drängen auf den Markt, die Autohändler müssen Platz schaffen und man kann durchaus mit guten Rabatten rechnen.

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